Sterbesettings
Eine interdisziplinäre Perspektive 2020–2023

Die Individualisierung führt in Sterbesettings zu neuen Formen der Religion. [Francis Müller]

EINE KOOPERATION DER BERNER FACHHOCHSCHULE [BFH] UND DER ZÜRCHER HOCHSCHULE DER KÜNSTE [ZHDK]

  • De En
  • Abstract

    In der Gesellschaft lässt sich aktuell ein wachsendes Interesse am Lebensende, am Sterben und am Tod beobachten. Erfahrungen mit unheilbaren Krankheiten und mit der professionellen Begleitung des Lebensendes durch Palliative Care werden zunehmend in den Medien besprochen und rücken ins Blickfeld verschiedener Forschungsrichtungen. Mit dem angewandten Forschungsprojekt «Sterbesettings» verschränken wir bisher getrennte Fachperspektiven zu einem innovativen, interdisziplinären Zugang.

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    Neun Forschende bringen Expertisen aus Kulturwissenschaft, Pflegeforschung, Religionssoziologie und Designforschung ein. In Kooperation mit einem Praxispartner, dem Zentrum für Palliative Care des Stadtspitals Waid Zürich, untersuchen wir die letzte Lebensphase von unheilbar Kranken im Hinblick auf vier grundlegende Komponenten: Sprache; Pflege; Produkt- und Kommunikationsdesign sowie Religion. 

    In Zusammenarbeit mit dem Praxispartner schlagen wir auch die Neugestaltung von Kommunikationsmaterialien und die Gestaltung von Pflegeprodukten vor, die den Handlungsspielraum für Sterbende erweitern und ihr Wohlbefinden fördern sollen.

    Das Projekt soll ausserdem den Austausch zwischen Gesundheitsfachleuten, Religionsspezialisten und anderen Fachleuten bereichern. Auch die Sterbenden zusammen mit ihren Angehörigen sollen so weit wie möglich in diesen Austausch einbezogen werden. Eine Videokünstlerin, die eng mit dem Team zusammenarbeitet, entwickelt auf der Grundlage der Forschungsergebnisse künstlerische Formate, die sich an die breite Öffentlichkeit richten. 

    Wie schwach ich inzwischen geworden bin. Mein Körper ist ein sterbendes Tier.[Cory Taylor, Sterben, 2017]

    Where am I going? Nobody knows. An absolute otherness, knowingless. [Jenny Diski, In Gratitude, 2016]

    Patient*innen in palliativen Situationen leben nicht auf einer Insel. [Roland Kunz]